Am vergangenen Dienstagabend nutzten wir die Möglichkeit, auf der gesperrten Bundesstraße 8 zwischen Marktheidenfeld und Erlenbach eine Verkehrsunfallübung durchzuführen. Durch die realitätsnahen örtlichen Gegebenheiten konnten wir ein Einsatzszenario trainieren, das im Feuerwehrhof in dieser Form nur schwer darstellbar wäre.
Angenommen wurde ein alleinbeteiligter Pkw, der sich überschlagen hatte und anschließend auf dem Dach liegend im Straßengraben zum Stillstand gekommen war. Für die Einsatzkräfte ergaben sich dadurch gleich mehrere Herausforderungen.
Eine der ersten Aufgaben bestand darin, das Fahrzeug gegen weitere Bewegungen zu sichern. Gerade bei einem auf dem Dach liegenden Fahrzeug ist eine stabile Sicherung besonders wichtig, um den Übungspatienten während der Rettungsmaßnahmen möglichst schonend zu versorgen und zusätzliche Bewegungen des Fahrzeugs zu vermeiden.
Erschwert wurde die Rettung durch die Lage des Pkw im Straßengraben. Dadurch war der Zugang zum Fahrzeuginneren deutlich eingeschränkt und die Einsatzkräfte mussten zunächst geeignete Zugangswege schaffen.
Als besondere Herausforderung befand sich zudem eine Leitplanke quer durch den Fahrzeuginnenraum. Diese versperrte den direkten Zugang zum Patienten und musste zunächst mit technischem Gerät schonend entfernt werden. Erst nachdem die Leitplanke beseitigt war konnte ein geeigneter Zugang zum Patienten geschaffen und die weitere Rettung vorbereitet werden.
Die Übung bot damit die Gelegenheit, verschiedene Aspekte der technischen Unfallrettung unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren – von der Erkundung und Fahrzeugstabilisierung über das Schaffen eines Zugangs bis hin zum sicheren und schonenden Vorgehen am Patienten.
Ein besonderer Dank gilt daher allen Beteiligten, die diese Übung ermöglicht haben. Die Möglichkeit, auf einer gesperrten Bundesstraße mit einem realitätsnah vorbereiteten Szenario zu üben, ist für die Ausbildung unserer Einsatzkräfte besonders wertvoll. Denn gerade bei Verkehrsunfällen kommt es darauf an, auch unter schwierigen Bedingungen sicher, koordiniert und patientengerecht arbeiten zu können.
Text + Bilder: Patrice Schulz



























